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Ort in Flandern gesucht
Abgesandt von Julian am 26.08.2017 - 14:37:

Hallo,

ich würde mich freuen, wenn mir jemand helfen könnte, den Ort zu identifizieren, an dem Ernst Naumann im 1. Weltkrieg gefallen ist. Er gehörte zum Infanterie-Regiment 392.

Hier ist der entsprechende Eintrag in den Verlustlisten:
Hier klicken

Auf dem angehängten Foto ist auch der Ort genannt, aber den kann ich leider nicht entziffern. Lesen kann ich: ??? in Flandern, 25. Oktober [1918] nachmittags 4 1/2 Uhr.

Kann jemand helfen?

Antwort von Julian am 26.08.2017 - 14:39
Das Bild wurde offenbar nicht mit angehängt. Ich versuche es noch einmal.

Antwort von Julian am 26.08.2017 - 14:47
Ein letzter Versuch, diesmal im richtigen Format.

 

Antwort von Francis Hendriks am 26.08.2017 - 15:56
Ich glaube INGOYGHEM (INGOOIGEM) 17km von Kortrijk. Etappengebiet.Hier klicken

Antwort von Francis Hendriks am 26.08.2017 - 16:31
Hier klicken

Ingoyghem Military Cemetery, Ingooigem
Am 25. oktober 1918 wird Ingooigem (Anzegem) nach schwere Kämpfe durch die 9th Scottish Division von nden Deutschen befreit. Die Gefallenen wurden in einen gemeinsamen Deutsch-Britischen Soldatenfriedhof beigesetzt.Den `Ingoyghem Military Cemetery` an die Pastoor Verrieststraat, zählt 81 Britische und 54 Deutsche Gräber und werd ab 2009 als Denkmal geschützt.

Antwort von Francis Hendriks am 26.08.2017 - 16:38
Nur drei der 54 Deutsche Gefallenen konnten identifiziert werden.

Antwort von Deisterjäger am 26.08.2017 - 19:36
Julian,

das Inf.Rgt. 392 wurde erst 1916 aufgestellt.
Es war der 23.Res.Div. unterstellt, siehe Div.Gefechtskalender
Hier klicken)

Gruss vom Deisterrand
Harald

Antwort von Julian am 26.08.2017 - 19:58
Herzlichen Dank für die schnelle Antwort und die Recherche!

Ingoyghem klingt auf jeden Fall plausibel. Das ist also einfach eine alte Bezeichnung für Ingooigem?

Habe auf einigen niederländischen Seiten noch ein paar Infos zu diesem Friedhof gefunden. In diesem Forum hier (Hier klicken) ist sogar ein Foto von dem Grabstein mit den drei deutschen Namen. Ernst Naumann ist nicht darunter, aber er muss ja nicht zwangsläufig dort begraben sein.

Danke auch für den Hinweis auf den Gefechtskalender. Den hatte ich schon entdeckt, aber dort heißt es nur allgemein:

25. Oktober bis 1. November --- Schlacht an der Lys

Beim ersten Blick auf die Landkarte habe ich in der Gegend keinen Ort gesehen, der vom Schriftbild her auf meinen Ortsnamen gepasst hätte.

Antwort von Francis Hendriks am 26.08.2017 - 20:29
Genau, Die Sprache im Stab des Belgischen Heeres war Französisch, nicht Flâmisch/Niederländisch. Die Generalstabskarten also auch.
-Ende Oktober-Anfang November 1918. Endoffensive der Allierten. Der Ingoyghem Soldatenfriedhof war von Ursprung ein Deutscher Soldatenfriedhof. Die Briten haben ihre gefallenen dann auch hier bestattet. Möglich ist das er dann erst später-kurz nach dem Krieg-nach diesen Friedhof umgebettet worden ist. Die Schlachtfelder wurden ja bis weit in 1919 hinein geräumt. Die Briten setzten dafür das Chinese Labour Corps ein! Der Leie Fluss (Niederländisch)- Lys (französisch). Schon ung 30 bis 35 km von Anzeghem-Ingoyghem entfernt.

Antwort von Jan Vancoillie am 26.08.2017 - 21:07
Hallo,

Ich beschäftige mich intensiv mit deutschen Soldatengräber in Belgien und habe darüber auch schon einige Bücher geschrieben.
Es gab tatsächlich einige Gräber auf dem heute britischen Friedhof Ingoyghem Military Cemetery der von den Deutschen als Erweiterung des Gemeindefriedhofs angelegt wurde. Ernst Naumann kann dort beerdigt sein aber sicher ist das nicht. Soldaten vom IR 392 die in der Gegend der Schelde verwundet wurden, sind z.B. auch in Gefangenschaft gekommen und in britischen Feldlazaretten gestorben, zwei von Ihnen sind z.B. in Moorsele (Kezelberg) auf dem britischen Friedhof beerdigt.
Die meisten deutschen Toten sind aber in Rückzugskämpfen gefallen und liegen geblieben und erst später geborgen, hauptsächlich von den belgischen und britischen Gräberdienst. Die Arbeiten (Ausgraben und Sammeln der Toten) dabei sind vielfach von deutschen Kriegsgefangenen ausgeführt. Ein solcher Sammelfriedhof gab es in Anzegem, wo 2.100 Deutsche beerdigt waren, von den 726 namentlich nicht bekannt waren. Die namentlich Unbekannten sind um 1955-1956 im Rahmen der Umbettungsarbeiten der Soldatenfriedhöfe nach Langemark (Kameradengrab) umgebettet. Für mehr Infos verweise ich nach meinem Buch "De Duitse militaire begraafplaats Menen Wald".
Über die Kämpfe der 23. Reservedivision und des Infanterieregiments 392 verweise ich nach dem Buch "Fighting the Kaiser`s War" von Andrew Lucas und Jürgen Schmieschek.

Mit freundlichen Grüßen,
Jan Vancoillie
www.aok4.be

Antwort von Julian am 26.08.2017 - 23:41
Hallo,

ich bin sehr beeindruckt von eurem Wissen und bedanke mich noch einmal ganz herzlich für die zusätzlichen Informationen.

Das Buch werde ich auf meinen "Wunschzettel" setzen. Ich habe gesehen, dass darin auch noch einige andere Orte vorkommen, die bei mir eine Rolle spielen, z. B. Zonnebeke.

Zum Abschluss würde mich interessieren, warum es offenbar so viele Soldaten gibt, die nicht identifiziert werden konnten. Wikipedia meint, dass Erkennungsmarken aus Metall auch im ersten Weltkrieg schon üblich waren. Die verrotten doch nicht, selbst wenn es bis zur Bergung und Bestatung der Toten noch so lange gedauert hat? Oder stelle ich als Laie mir das zu einfach vor?

Antwort von Jan Vancoillie am 27.08.2017 - 06:43
Hallo,

Dass viele deutsche Toten nicht identifiziert wurden hat auch damit zu tun dass diese nach dem Krieg von anderen Gräberdiensten gesammelt wurden (da die Deutschen laut Versailler Vertrag nicht im Ausland aktiv sein konnten). Diese andere Gräberdiensten haben sich eigentlich leider sehr wenig beschäftigt mit der Identifizierung der Deutschen.

Grüße,
Jan Vancoillie
www.aok4.be

Antwort von Julian am 27.08.2017 - 13:54
Das ist natürlich nachvollziehbar.

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