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Forum : Einheiten (1914-18)


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Kompanien in Kampfstellung - Welche Reihenfolge?
Abgesandt von Frank am 02.03.2013 - 20:04:

Hallo zusammen,

ich recherchiere gerade das Schicksal meines Uropas, der seit dem 28.Juni 1918 an der Westfront vermisst ist. Mit Hilfe der Regimentsgeschichte(*) möchte ich die Stelle, an der er wahrscheinlich fiel, so genau wie möglich identifizieren.

Nun habe ich ein kleineres Verständnisproblem. Es geht um die Position der einzelnen Kompanien seines Bataillons in der Kampfstellung. Die Regimentsgeschichte spricht von a-Kompanie, b-Kompanie, c-Kompanie und d-Kompanie, die den Bataillonsabschnitt an dem verhängnisvollen Tag halten. Bedeutet dies, dass in Blickrichtung Gegner diese vier Kompanien in genannter Reihenfolge von links nach rechts eingesetzt wurden?

Vielen Dank im Voraus!
Gruß,
Frank


(*) S. 253, "Das 3. kgl. Sächs. Infantrie-Regiment Nr. 102 "König Ludwig III. von Bayern" im Weltkriege 1914-1918", Oberleutnant a.D. Georg Zipfel, Dresden 1925

Antwort von MortHomme am 04.03.2013 - 23:17
Hallo Frank,
es wäre hilfreich, wenn Du die entsprechenden Seiten der Regimentsgeschichte scannen und hier einstellen würdest. Kompanien wurden eigentlich bei den Deutschen nicht mit Buchstaben durchnummeriert, das haben die Amerikaner gemacht.
Zudem ist wissenwert, wie sein Truppenteil genau heißt, welche Kompanie das war, welches Bataillon etc., ggf, Vorgesetzte.
Hast Du Feldpostkarten aus der entsprechenden Zeitspanne?
Wie ich sehe, muss das wohl vor Verdun passiert sein. Möglicher Weise findet man dann in den Original-Truppenakten etwas, wenn es sie noch gibt, möglicher Weise in Dresden im Archiv.
Viele Grüße
Stefan

Antwort von Frank am 05.03.2013 - 01:15
Hallo Stefan,

danke für Dein Interesse - habe die entsprechenden Seiten aus der Regimentsgeschichte angehängt.

Seiten 249 und 250 beschreiben die Stellung und wie das Regiment dort eingesetzt wurde. Allgemein spricht der Text von einem Kampfbataillon (Kompanien a-d) und einem Bereitschaftsbataillon (Kompanien e-h). Für mich sieht das eher nach Platzhalterbezeichnungen für die eigentlichen Einheiten aus.

Seite 253 nennt dann die konkreten Kompanien in der Kampfstellung am 28.06.18:
a-Kompanie: 1./102
b-Kompanie: 4./102
c-Kompanie: 2./102
d-Kompanie: 3./102
Letzte Einheit meines Uropas war die 4./102(*) unter Lt. Rößler, zuletzt eingesetzt bei Vieux Berquin, Französisch Flandern. Laut Divisionsgeschichte erfolgte die Verlegung nach Verdun erst Anfang Juli.

Leider besitze ich keine Feldpostkarten. Und mit Originaltruppenakten sieht es in Sachsen leider ganz trübe aus, da diese im 2.Wk fast vollständig verloren gegangen sind, wie mir das Hauptstaatsarchiv mitteilte. Aber ich bin mit meiner Recherche auch so schon recht weit gekommen, wobei ich das eine oder andere Rätsel gerne noch lösen möchte.

Viele Grüße,
Frank



(*)
Infantrie-Regiment Nr.102 (3. Königlich Sächsisches); 32. Division (3. Königlich Sächsische)





Antwort von Frank am 05.03.2013 - 01:25
Anbei die versprochenen Anhänge - ich glaube, die kamen gerade nicht mit.



   

Antwort von MortHomme am 05.03.2013 - 08:26
Hallo,
mach mal noch die nächsten zwei oder drei Seiten, auf denen die Kämpfe am 28.06. vollständig geschildert sind. Zudem fehlen Seiten 250 - 252. Du kannst hier, glaube ich, immer nur drei Seiten auf einmal hochladen. Mach einfach mehrere Posts.
Auf Seite 253 kannst Du ja schon lesen, dass die Kompanien eigentlich nummerisch durchnummeriert waren, wie das üblich war. Sie haben nur aus irgendeinem Grunde eine Bezeichnung mit Buchstaben erhalten. Es ist schon möglich, dass das die Zuweisung zu Stellungsabschnitten waren. Ist bei der Regimentsgeschichte keine Stellungskarte/Skizze der Gegend dabei? Auf Seite 249 ist die Rede von Skizze 23. Vielleicht lassen sich die Abschnitte dort ersehen.
Ich muss mal schauen, ob ich da irgendas an Karten zu habe.
Grüße
Stefan

Antwort von MortHomme am 05.03.2013 - 08:45
Ich habe mal meine Regimentsgeschichten durchgeschaut. In der RIR 208 (nördlicher Abschnitts-Nachbar) ist auch ein Bericht über den engl. Angriff am 28.06. Dort sind die jeweiligen Kompanien betreffend die Abschnitte auch mit kleinen Buchstaben bezeichnet. Das spricht für Deine These.
Grüße Stefan


 

Antwort von MortHomme am 05.03.2013 - 09:17
Habe noch ein Karte der 6. Armee aus April 1918 gefunden. Die müsste in etwa die vordere deutsche Linie auch noch bis zum 28.06.1918 zeigen.

Antwort von MortHomme am 05.03.2013 - 09:18
Hier die Karte:

 

Antwort von Frank am 05.03.2013 - 15:45
Stefan, vielen Dank für die beiden Dokumente!

Leider fehlte die Skizzenmappe in meiner in der Bibo eingesehenen Regimentsgeschichte. Aber ich könnte mal die Onlinebuchhandlungen nach einem vollständigen Exemplar durchstöbern.
Die restlichen Seiten hänge ich gleich noch an.

Übrigens, falls noch nicht bekannt, hier sind noch zwei Links mit Kartenskizzen, die den Angriff von englischer Seite her beschreiben und zeigen:
Hier klicken

Hier klicken


Mich würde auch interessieren, wo die Briten die deutschen Gefallenen dieser konkreten Schlacht bestattet haben könnten. Dazu habe ich auch eine Anfrage beim Volksbund und in einem englischen Forum zu laufen:
Hier klicken

Ziel der Übung soll ja sein, die wahrscheinliche Ruhestätte des Betreffenden so genau wie möglich einzugrenzen.

Viele Grüße,
Frank


   

Antwort von Frank am 05.03.2013 - 15:49
Seiten 254, 255, 256:

   

Antwort von Frank am 05.03.2013 - 15:50
Seiten 257, 258, 259:

   

Antwort von Jens am 05.03.2013 - 17:50
Hallo,
durch heftige Verlust waren einige Regimenter so extrem stark dezimiert das die "Reste" oft neu formiert wurden, z. B. als Alarm-Bataillon
in denen diese neu "zusammengewürfelten" Kompanien z. B. auch nach den jeweiligen Kompanie-Führer benannt wurden.
Gruß Jens

Antwort von Frank am 05.03.2013 - 19:06
Hallo Jens,
in der Tat, die auf den 257 und 258 genannten Verlustzahlen für diesen einen Tag kann man als katastrophal ansehen. Das IR102 wurde dann ja auch schnellstens vorübergehend in die Etappe verlegt.

Gruß,
Frank

Antwort von MortHomme am 05.03.2013 - 20:55
Hallo,
die Skizzen sollten aufschlussreich sein. Bestell die Regimentsgeschichte über Fernleihe oder über subito. Ich habe sie leider nicht. Achte darauf, dass die Anlagen dabei sind. Mit den Anlagen sollten sich wahrscheinlich Deine Fragen schon ein gutes Stück weiter klären.
Der Volksbund sollte etwas dazu sagen können, wo die Gefallenen dieses Angriffs wahrscheinlich beigesetzt wurden. Zu berücksichtigen ist aber, dass viele Tote durch das Artilleriefeuer und seine Wirkungen auf Leichname nicht mehr aufgefunden und bestattet werden konnten.
Hast Du Dir die Gegend einmal angesehen? Die Waldgebiete hinter der englischen vorderen Stellung scheinen interessant zu sein. Man kann in den kahlen Waldbereichenauf Google Earth noch die Trichter erkennen. Über geoportail kann man Luftbilder ab den 1930er Jahren betrachten, da sieht man teilweise noch die englischen Stellungen. Die Felder wurden dort sehr schnell wieder rekultiviert, da sieht man leider kaum noch deutsche Stellungsverläufe.
Grüße
Stefan

Antwort von MortHomme am 05.03.2013 - 20:59
Was ich vergessen hatte:
Ich habe von der Gegend und dem Abschnitt der 6. Armee zwar Einiges an Karten, nur leider alles von vor April 1918. Da waren die Stellungsverläufe auf Grund nachfolgender, vor Allem deutscher Angriffe noch ganz anders, das nützt Dir nichts.

Antwort von Frank am 06.03.2013 - 16:47
Hallo Stefan,

werde dann wohl zunächst die billigere Fernleihe bemühen. Übrigens ist auf ebay gerade ein Exemplar für 70 Euro erhältlich, anscheinend auch ohne Skizzenmappe. Der Betrag würde aber auch so mein Budget sprengen.

Jetzt wo Du den Wald erwähnt hast, habe ich auch mal mit Google Maps reingeschaut. Mir sind diese eingenartigen Fischgrätenmuster auf den Freifläche aufgefallen - könnten das Gräben sein? Der Wald von Aval, so heisst der in alten Unterlagen, war wochenlang Bereitstellungs- und Übungsgebiet für die Briten. Und die deutsche Ari hat da kräftig reingeschossen.

Kannst Du mir sagen, wie man die 1930er Luftbilder in geoportail aufruft? Daran bin ich gestern leider gescheitert.

Danke schon mal und viele Grüße,
Frank

Antwort von MortHomme am 08.03.2013 - 09:10
Hallo Frank,

das Zickzack-Muster stammt von den großen Holzverarbeitungsmaschinen, die da systematisch druchfahren und automatisch vor Ort Bäume in Möbel umwandeln. Kleiner Scherz. Gräben sind das jedenfalls nicht.
Trichter kann man ganz gut am westlichen Rand des Waldgebietes ausmachen in den dortigen kahlen Bereichen.
Luftbilder: Du gehst auf die Geoportail-Seite und suchst nach einer Ortschaft. Dann machst Du das Fenster am Besten groß (oben rechts). Dann auf "Remonter le temps" oder ähnlich, dann Luftbilder auswählen. Dann werden verschiedene Aufnahmezeitpunkte angeboten und Du kannst sehen, ob es welche für das gewünschte Gebiet von dem jeweiligen Zeitpunkt gibt. Einige sind frei einzusehen, andere kosten Geld. Einfach ausprobieren.
Das ist teilweise verblüffend, bspw. für die Champagne-Schlachtfelder, Camp de Suippes, Kanonenberg, Mont Cornillet, Höhe 108.
In landwirtschaftlich genutzten Gebieten wurde nach den Kämpfen recht schnell wieder rekultiviert, so vor Allem an der Somme, um Ypern und auch in dem Dich interessierenden Gebiet. Da sieht man nicht mehr viel.
Grüße Stefan

Antwort von Frank am 08.03.2013 - 14:44
Hallo Stefan,

Maschinen, die vor Ort Bäume in Möbel umwandeln - ich glaube mich zu erinnern, das das Möbelhaus meines Vertrauens ein Regal "Vieux Berquin" im Angebot hatte, oder war es "Birke Weiß"? Ich weiß es das nicht mehr so genau.

Auf jeden Fall herzlichen Dank für Deine geoportail-Benutzungsanleitung. Ich denke, jetzt habe ich es begriffen.

Grüße, Frank

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