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Forum : Einheiten (1914-18)


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Bayrische Feldartillerieabteilung 203
Abgesandt von Volker Jeschkeit am 28.02.2010 - 14:12:

Guten Tag an alle,
Wieder einemal eine Frage aus dem Trentino:
Betrifft Alpenkorps: In Pergine 1915 wurde dieses Foto gemacht. Es zeigt deutsche Soldaten. Vermutlich handelt es sich um Angehörige der Feldartillerieabteilung 203 (Aufschrift auf dem Helmschutz) , die dem bayrischen Artilleriekommandeur Nr.7 unterstand. Soweit meine Vermutung.
Meine Fragen: Ist meine Vermutung richtig? Mit welchen Geschützen war diese Abteilung bewaffnet und wo kam sie her (Aufstellungsort)? Gibt es etwas Ihrer Geschichte im WK I?
Eine solche Batterie des Alpenkorps kam hier auch zum Einsatz in einer Hochgebirgsstellung der Valsuganafront.Die Ärmsten müssen ganz schön gefroren haben, die Batterie stand auf über 2400m Höhe und der Winter kam hier im Jahre 1915 sehr früh. Nach Aussagen österreichischer Kommandos war sie aber wenig wirksam, vor allem weil diese Geschütze keine Haubitzen waren, ihr Höhenrichtwinkel war wohl nur ca 25 Grad. Kaliber schätze ich mal auf 75 oder 77mm. Wie man weiss, im Gebirge braucht man hauptsächlich Haubitzen, um einen Feind wirksam bekämpfen zu können, der versteckt sich sonst hinter dem nächsen Grat und lacht sich ins Fäustchen.
Na, viellecht kann mi ja jemand von Euh helfen. Bedanke mich schon im Voraus und lade auch ein schönes Foto hoch.
Gruss aus Trient, Volker


 

Antwort von Andreas am 01.03.2010 - 05:36
Hallo Volker!
Ein sehr schönes Foto! Bilder der Artillerie im Alpenkorps sind recht selten. Gratuliere!
Mit der Abteilung 203 liegst Du richtig. So stehtes in der Kriegsgloiederung des Alpenkorps vom 1.8.15. Sie bestand aus zwei Batterien Feldkanonen 7,7cm 96n/A und einer leichten Mun.Kolonne.
Übrigens wurde am 13.5.16 aus den Feldart.Abt. 203,204 und 187 das Feldart.Rgt.204 gebildet. Das grenzt das Bild also ein in die Zeit 22.5.15 (Aufstellung), bzw. 27.5.15 (Mobilisierung) und 13.5.16 (Eingliederung in 204), aber Du schriebst ja, es wäre 1915 gemacht worden.

Antwort von Andreas am 01.03.2010 - 05:40
Nachtrag:
Die Feldart.Abt.203 war ein preußische Einheit und wurde im Felde aufgestellt.

Antwort von Volker Jeschkeit am 01.03.2010 - 07:17
Sehr schön und danke.
Hatten diese Batterien wie die Kuk Batterien auch 6 Geschütze/Batterie oder nur 4 Geschütze?
Die 7,7cm)6n/A hatte nur einen Höhenrichtwinkel von + 15 Grad, damit wird klar, das die im Hochgebirge nur bedingt brauchbar war.
Habe herausgefunden , das ein Batteriekommandant im Oktober 1915 Oberleutnant August Dänzer-Vanotti war. Gibt es etwas Info zu den Kommandanten der Batterien und zu ihrer geschichte ( Einsatzorte ecc?) Gruss aus Trient, Volker

Antwort von Andreas am 01.03.2010 - 17:07
Hallo Volker!
Das ist in Deinem Fall schwer zu sagen. Normalerweise hatte jede Batterie 6 Feldkanonen, wurden aber 1915 auf 4 reduziert. Ich weiß jetzt nicht, wann genau 1915.
Für Informationen über die Offiziere müßtest Du Dir die Abteilungs, bzw. Regimentsgeschichte besorgen (sofern eine herausgekommen ist). Ich habe in der Rangliste 1914 nur einen Leutnant Dänzer gefunden, aber keinen Dänzer-Vanotti. Vermutlich war er Reserveoffizier.
Gruß, Andreas

Antwort von Volker Jeschkeit am 01.03.2010 - 17:33
Passt mein Bester, das ist genau der Offizier, er war Reserveoffizier. Diente im WKII sogar noch in der wer-macht-was und wurde 1945 von den Franzosen gefangen genommen, irgendwo im Schwarzwald im April 45.Gruss,Volker

Antwort von Andreas am 01.03.2010 - 18:28
Alos, in einer Rangliste von 1939 habe ich ihn nicht gefunden.
In der 1914er gibts einen Leutnant Dänzer aus Freiburg, der Res.Offz. beim 3.Ober-Elsässischen Feldart.Rgt.80 war

Antwort von Volker Jeschkeit am 01.03.2010 - 22:54
Der wurde erst 1945 zm Ersatz-Reserve-Ersatz einer sogenannten "Volksgrenadier" Division herangezogen.
Er ist es aber, seine Friedensdienstzeit war in dem elsässischen Regiment.Nach dem WKII ging er in die Politik und erst in dieser zeit taucht der Name Dänzer-Vanotti auf.
Andere Frage: Kann es sein das eine Batterie der Abteilung 203 die (Gebirgs-) Kanonenbatterie Nr.6 war?
Hatte gleiche Geschütze (7,7cm M96) und stand auf der Val Piana auf 2364 m Höhe. Beschoss von dort aus eine italienische Batterie auf der Val Piana Piccola (auch Setole) genannt, die lag etwa 500-600m tiefer.
Gruss, Volker

Antwort von Andreas am 02.03.2010 - 05:17
Hallo Volker!
Nein, die Geb.Kan.Btr.6 gehörte zur bayer.Geb.Art.Abt.2, die 1915 in Geb.Kan.Abt.2 umbenannt wurde.
Die 6.Batterie war übrigens eine württembergische Einheit.
Gruß, Andreas

Antwort von Volker Jeschkeit am 02.03.2010 - 06:49
Danke schön für die Info. So langsam füllt sich das Puzzle: Wir haben hier im Valsugana also zeitweilig:
Batterie Nr.101, Batterie Nr.6 und Abteilung 203 vom Alpenkorps und auf der Hochfläche zeitweilig Batterie 102.
Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo diese beiden Batterien der Abt.203 überall gestanden haben, die anderen Standorte sind ja bekannt. Und natürlich ein bisschen Personenforschung betreiben: Batteriekommandeure, Abteilungskommandeure, und herausfinden , wer denn der bayrische Artilleriekommandeur Nr.7 war.
Gruss, Volker

Antwort von Andreas am 02.03.2010 - 17:01
Hallo Volker!
Das wird relativ schwer. Über die genauen Standorte habe ich auch keine Informationen. Da müßtest Du mal direkt nach Literatut über das AK suchen
Gruß, Andreas

Antwort von Volker Jeschkeit am 02.03.2010 - 20:32
Bene, die Kriegsstammrolle der Geba Nr.6 liegt komplett im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart. Also schon einmal einen Schritt weiter.
Gruss Volker

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